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osvadmin am 01.September.2011 15:46
Eine bittere und verdiente Niederlage musste die Mannschaft
des OSV Hannover im Auswärtsspiel beim HSC/ BW Tündern in Hameln hinnehmen. Vor
rund 100 Zuschauern auf dem Sportplatz in der Nähe des Weserberglandstadions
unterlag die Mannschaft von Trainer Peter Rühmkorb mit 1:2. Neben der
Niederlage beim Mitaufsteiger schmerzten auch die Begleitumstände vor Ort, die
den Abend zu einem kompletten Ärgernis machten. Die auf einigen Position
veränderte und auch taktisch anders als zuletzt agierenden Bothfelder hatten
immerhin in der wichtigen Partie den besseren Start. In der sechsten Minute
lief der Ball von Yanik Strunkey über Marcel Kattenhorn zu Laye Mbengue, der
mit einem direkt angesetzten Flachschuss ins kurze Eck die „Rot-Weißen“ mit 1:0
in Führung brachte. Doch nur acht Minuten darauf glichen die Gastgeber nach
einem Eckball von der rechten Seite per Kopf aus. Vor der Pause besaßen die
Bothfelder in einer technisch nicht anspruchsvollen Begegnung zwei weitere
Möglichkeiten nach einer scharfen Hereingabe von Marcel Kattenhorn und einem
Distanzschuss von Timo Sandrock, doch es blieb beim bis dahin letztlich
gerechten Remis. In der zweiten Hälfte erhöhten die Hamelner das Tempo und
brachten sehr viel Härte ins Spiel, die der junge und verängstigt wirkende
Unparteiische nur im Ausnahmefall ahndete. Vier Minuten nach Wiederanpfiff
besaß der OSV die einzige, aber hochkarätigste Chance, als Mbengue einen
Kopfball aus kürzester Entfernung nach einem
abgewehrten Distanzschuss des eingewechselten Nikolaos Zervas an die
Latte setzte. In den letzten 25 Minuten spielten und traten nur noch die Gastgeber.
Nach mehreren knapp vergebenen Gelegenheiten schob ein Angreifer den Ball nach
einer flachen und präzisen Hereingabe von der rechten Seite über die Torlinie
zum 2:1. Es folgte ein brutaler und gezielter Tritt eines Tünderaner
Angreifers, der den zuvor eingewechselten Elvis Mputu förmlich niederstreckte.
Der in unmittelbarer Nähe postierte Schiedsrichter beließ es bei einer gelben
Karte für den Foulspielenden, was zu tumultartigen Szenen auf und neben dem
Spielfeld führte. Während der unter dem Eindruck der schweren Verletzung
stehende Zervas die Beherrschung verlor und für einen Schubser „gelb-rot“ sah,
setzte der Schiedsrichter die Begegnung nach kurzer Unterbrechung fort. In der
Nachspielzeit griff Torwart Oliver Zwillus nach einem hohen Ball in höchster
Not mit der Hand außerhalb des Strafraums und sah hierfür die fällige rote
Karte. So blieb es bei 2:1-Erfolg der Hamelner. Doch auch nach dem Abpfiff
spielten sich noch unfassbare Szenen ab. Während der schwer verletzte Mputu
rund 30 Minuten auf den offenbar umherirrenden Krankenwagen warten musste,
dröhnte aus der nur wenige Meter entfernten Kabine der „Gastgeber“ laute und
triumphale Musik. Hinzu provozierte ein offenbar angetrunkener Ordner in der
OSV-Kabine und zahlreiche Zuschauer standen mit Bierflasche in der Nähe des
Verletzten und begossen den Heimsieg. Somit hatten die Verantwortlichen des OSV
nach Spielschluss alle Mühe, die Beherrschung nicht zu verlieren.
Frank Glaubitz