Erstellt von
Philipp am 01.June.2011 00:03
Der frühere Zweitligist OSV
Hannover ist nach 17 Jahren in die Landesliga zurückgekehrt. Am vorletzten
Spieltag der Saison in der Bezirksliga besiegte die Mannschaft von Trainer Jörg
Goslar den Stadtrivalen Niedersachsen Döhren mit 2:1 und liegt mit fünf Punkten
Vorsprung uneinholbar an der Tabellenspitze. Vor der Saisonrekordkulisse mit
350 Zuschauern im Oststadtstadion trafen die beiden derzeit wohl besten
Mannschaften der Liga aufeinander. Die im Winter erheblich verstärkten Gäste
traten mit drei ehemaligen OSV-Akteuren an und besaßen die erste Tormöglichkeit
schon nach drei Minuten als Stürmer Oliver Gräfe allein auf Torhüter Oliver
Zwillus zusteuerte, letzterer aber per Fußabwehr retten konnte. Nahezu im
Gegenzug drang OSV-Brasilianer Dyhonne do Amaral mit einem entschlossenen Spurt
in den gegnerischen Strafraum ein und wurde vom ehemaligen ghanaischen
Nationalspieler Abdulrahman Danladi gelegt. Den fälligen Strafstoß verwandelte
der Torjäger vom Dienst, Nikolaos Zervas, in der 6. Minute flach ins linke
untere Eck zur 1:0-Führung für die „Rot-Weißen“. Schon fünf Minuten später
hätten die Gastgeber den Vorsprung ausbauen können, als Dyhonne do Amaral aus
rund 25 Metern einen Heber über den Gästetorwart ansetzte, dieser kurz vor dem
Tor noch aufsprang und schließlich an der Torlatte endete. Nach 17 Minuten
vergab ein Angreifer der Gäste eine gute Schussmöglichkeit aus kurzer Distanz.
Zehn Minuten danach hatte OSV-Spielführer Mevlüt Yildirim seinen großen Auftritt,
als er optimal freigespielt wurde, den Torhüter der Niedersachsen umspielte und
ins leere Tor zum 2:0 einschieben konnte. Die Gäste dachten jedoch in keiner
Weise daran klein beizugeben. Lewis Asamoah, Bruder des früheren 96ers Gerald
Asamoah, verzog in der Folge einen Schuss aus kurzer Distanz nur knapp. Auch
Oliver Grefe zielte kurz darauf knapp am von Oliver Zwillus sicher gehüteten
Tor vorbei. Auf der Gegenseite kam Patrick Grabosch in halbrechter Position
frei zum Schuss, den der starke Gästekeeper Rösler jedoch gekonnt parierte. In
der 38. Minute wurde Asamoah mit einer Flanke von der rechten Seite bedient und
köpfte aus kurzer Distanz den Anschlusstreffer. Mit diesem Ergebnis ging es in
die Kabine. Beispielgebend für die hohe Moral der Mannschaft von Trainer Jörg
Goslar ist festzustellen, dass sich die zuletzt verletzten Gürman Agac und
Philipp Schmidt vor der Partie einsatzbereit meldeten. Während Agac zur Pause
das Feld verlassen musste, wurde der nach einem Außenbandriss soeben halbwegs
genesene Schmidt eingewechselt. Nach einer Stunde kam erneut der stets
gefährliche Lewis Asamoah nach einer Ecke zum Kopfball, den Oliver Zwillus mit
einer Glanzparade aus dem bedrohten Eck fischte. Kurze Zeit später drang
Philipp Schmidt nach Anspiel von Nikolaos Zervas in den Fünfmeterraum ein und
traf den Außenpfosten. In der 75. Minute scheiterte Dyhonne do Amaral aus
spitzem Winkel am starken Torwart der Döhrener. Kurz vor Schluss setzte Marcel
Kattenhorn einen Distanzschuss am gegnerischen Gehäuse vorbei. In der langen
Nachspielzeit warteten alle Spieler, die Verantwortlichen und Anhänger der
„Rot-Weißen“ auf den erlösenden Schlusspfiff des Schiedsrichters und beinahe
hätte Ruben Pardo dos Santos an alter Wirkungsstädte Sekunden vor dem Abpfiff
den Ausgleichstreffer erzielt, hätten nicht Torwart Zwillus und
Innenverteidiger Ali Kara mit vereinten Kräften die kritische Situation
bereinigt. Beim Abpfiff löste sich die Anspannung aller in Luft auf und
Spieler, Verantwortliche und Fans feierten überschäumend Meisterschaft und
Aufstieg. Das große Ziel, das sportliche Leitung und Mannschaft ausgegeben
haben, wurde durch eine phänomenale Serie von 21 Siegen bei einem Remis in den
vergangenen 22 Spielen erreicht. Der OSV Hannover hat sich im Kreis der besten
Mannschaften Hannovers eindrucksvoll zurückgemeldet.